Der Jakobsweg

Der JakobswegObwohl der Jakobsweg ursprünglich seinem Wesen nach religiösen Charakters war, hat er sich heute, dank seiner kulturellen und landschaftlichen Eigenheiten, zu einem Pfad der Begegnung der verschiedenen Menschen und Kulturen entwickelt - was den Europarat dazu gebracht hat, diesen betagten Weg als "Primer Itinerario Cultural Europeo" („erste kulturelle europäische Reiseroute“) auszuzeichnen und ihn als Pfad der Kunst und Spiritualität zu gestalten.Es gibt verschiedene Pilgerrouten um nach Santiago zu kommen, aber der Weg an sich war in diesem Fall nicht das urtümliche Ziel, sondern nur das Mittel, um zum eigentlichen Zielort zu gelangen: dem Grab des hl. Santiago.

Offiziell anerkannte Pilgerrouten:

  • Französischer Weg: ist heutzutage die bekannteste und am meisten frequentierte Route; sie mündet bei Roncesvalles in die Iberische Halbinsel und, den Norden durchquerend, führt sie bei O Cebreiro nach Galicien.
  • Nördlicher Weg: leitet an der Küste entlang und führt über Ribadeo nach Galicien.
  • Ursprünglicher Weg: führt den Pilger über Oviedo nach Santiago.
  • Englischer Weg: bekannt als solcher durch den Einfluss der angelsächsichen Pilger, die über das Meer reisten; der Weg gelangt dann nach  A Coruña oder Ferrol um sich von dort aus zu Fuss nach Santiago fortzusetzen.
  • Portugiesischer Weg: führt durch Portugal, bis er bei Tui nach Galicien schwenkt.
  • Südöstlicher Weg - Silberweg: beginnt in Sevilla, Mérida, Zamora und kommt über die Provinz Ourense nach Galicien.

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Wichtige Ratschläge für den Pilgerweg

Bevor Sie den Pilgerweg antreten, wird Ihnen nahegelegt eine einfache ärztliche Untersuchung machen zu lassen, um sicherzugehen, dass keine unvorhergesehenen körperlichen Beschwerden auftreten. Ferner wird zu einem leichten körperlichen Training geraten, um Ihren Körper auf die Anstrengung vorzubereiten; wandern Sie z.B. im Vorfeld ein paar Tage am Stück und steigern Sie dabei täglich die Entfernung ein wenig.       

Kleidung und Schuhwerk für den Marsch: 

  •  Um häufige Reibung der Kleidung am Körper zu vermeiden, die im ungünstigsten Fall Dermatitis hervorrufen kann, sollte die Bekleidung atmungsaktiv sein und auf keinen Fall eng anliegen.
  • Des weiteren, sollte die Kleidung der Jahreszeit und den entsprechenden Wetterbedingungen angepasst sein, wenn sie sich auf die Weg machen. Denken Sie auch an einen Hut, oder eine Mütze, um sich vor der Sonne zu schützen!
  • Gutes Schuhwerk ist unerlässlich! Der Weg ist unregelmäßig und manchmal holprig! Statten Sie sich mit wasserfesten, hohen und robusten Wanderstiefeln aus, die Knöchel und Ferse gut einfassen und ebenso atmungsaktiv sind. So vermeiden Sie viele Unanehmlichkeiten, die Ihnen den Weg erschweren oder Sie gar zum Abbrechen der Reise bewegen.
  •  Zum Schuhwerk gehören auch qualitative Strümpfe oder Socken, am besten aus Wolle oder ähnlichem Material. Wechseln Sie diese so häufig wie möglich.

Weitere Empfehlungen

  • Führen Sie ein einfaches Erste-Hilfe-Set mit sich.
  • Sollten Sie auch nachts gehen, denken Sie an Reflektoren.
  • Zu Fuß auf Verkehrstraßen unterwegs, benutzen Sie bitte immer den linken Fahrbahnrand.
  • Vermeiden Sie auf Teerstraßen zu gehen und große Gruppen zu bilden.
  • Respektieren Sie die Hinweise und Empfehlungen der Polizei, der Guardia Civil, des Personenschutzes oder des Roten Kreuzes
  • Halten Sie die Orte und Ortschaften, denen Sie begegnen sauber und verhalten Sie sich respektvoll und höflich gegenüber den ortsansässigen Bewohnern.
  • Schätzen und respektieren Sie die Mühe des Personals, die sich um den Betrieb der Herbergen bemühen. 
  • Etwas über die Geschichte des Jakobsweges zu lesen, bringt Ihnen die Bedeutung und näher.
  • Planen Sie Ihre Etapen realistisch! Ohne übertriebene Wegstreckenziele haben Sie mehr von der Reise. Planen sie auch Ruhetage ein.
  • Auch wenn Sie die Pilgerherbergen zum Nächtigen beanspruchen,  benötigen Sie einen Schlafsack. Um zu vermeiden, dass Sie sich durch Wetterbedingungen zum Schlafen oder Ausruhen auf einen feuchten Boden legen, ist es ratsam eine Isomatte oder ähnliches mitzunehmen.
  • Bedenken Sie, dass Sie ausschließlich eine Nacht in jeder Herberge verbringen dürfen; es sei denn, Sie sollten unerwartet krank werden.
  • Ihr Gepäck sollte nicht über 10% Ihres eigenen Körpergewichts hinausgehen.
  • Bedenken Sie, dass die Plätze in den Pilgerherbergen nicht reserviert werden können; es sei denn es handelt sich um private Unterkünfte.

Das Heilige Compostelanische Jahr. Das Gnadenjahr

Jedes Jahrhundert zählt 14 "Heilige Jahre" (Años Santos) im Abstand von 6, 5, 6 und 11 Jahren. Das sog. "Gnadenjahr" ist ein Periode während des Heiligen Jahres in der die Kirche traditionellerweise den Gläubigen einzeln den Segen ausspricht und dabei die Sünden des Pilgers erlassen werden. Diese Tradition begann im Jahr 1122 mit dem Papst Calisto II und wurde von anderen Päpsten weitergeführt; Alexander III verlieh dem Ritus in der Bulle "Regis aeterni" (1179) Beständigkeit.

Um diese besondere Gnade des Jubeljahres (jubileo) zu empfangen müssen seitens der Pilger oder der Pilgerin drei Bedingungen erfüllt sein:

  • Besuch des Grabes des Apostels und Aufsagen eines Gebetes
  • Empfang der Sakramente der Buße und 
  • Der Eucharestie (sei es 15 Tage vor- oder nachher, in der Kathedrale oder an einem anderen Ort)

Der Gnadenablass (Plenarablass) des Jubeljahres (indulgencia jubilar) wird unter folgenden Bedingungen verliehen:

  • Besuch der Kathedrale und Aufsagen eines Gebetes 
  • Empfang der Sakramente der Buße und der Eucharistie (innerhalb von fünfzehn Tagen vor oder nach dem Besuch).